MUMOK ist die Abkürzung
für Museum Moderner Kunst. Das Gebäude hat 7 Stockwerke, davon sind drei unter und
vier über der Erde. Die Wände sind mit Vulkangestein gestaltet. (Sandra Neunteufl)
Ich fand, dass das Gebäude sehr modern wirkte.
Nachdem wir hineingegangen waren, setzten wir uns mit netten Betreuerinnen im Kreis
zusammen. Sie erzählten einiges über Pop-Art. Zuerst schauten wir uns alle Pop-Arten
an. (Esra P.)
Viele der Werke stammen aus der Sammlung Ludwig aus Deutschland. (Patricia Vavra)
Bei diesem Lehrausgang haben wir sicherlich etwas dazugelernt, jedoch hatten wir
nicht viel Zeit, um die Hintergründe einzelner Bilder zu überdenken. Ich finde,
dass das Interessanteste an Kunstwerken die Hintergründe sind. Dann versteht man
den Künstler einfach besser und man kann sich eine eigene Meinung über ein Kunstwerk
machen. (Semiha Ekinci)
Im Museum Moderner Kunst beschäftigten wir uns mit dem Thema „Pop-Art“. Wir haben
sehr schöne und eindrucksvolle Werke gesehen. Leider konnten wir nicht alles betrachten.
Jeder von uns war einer Gruppe zugeteilt, wie z.B. „Musik“, „Revolution“, „Witze“
etc. Wir sollten diese Titel ausgesuchten Werken zuordnen. (Derman Kapan)
Sechs Themen standen zur Auswahl: Spiel, Sex, Revolution,
Witz, Musik und Protest. Durch Zufall kam jede(r) zu einem Thema. Wir suchten im
Museum nach Bildern, die mit diesen Themen zu tun hatten. (Fatma)
Wir setzten uns mit dem Thema „Moderne Kunst“ auseinander. Wir beschäftigten uns
mit den Werken von Künstlern, die verschiedenen Stilrichtungen angehörten. Eine
Gruppe musste den Begriff „Musik“ einem Bild zuordnen. „Marlilyn
Idolo“ von Wolf Vostell passte gut, weil „Musik“ auch Ruhm und Medien bedeutet.
Eine andere Gruppe sollte den Begriff „Revolution“ einem Bild zuordnen. Zu „Revolution“
passte am besten „White Chess Set“ von Yoko Ono. (Stefanie
Hofer)
Das MUMOK ist seit vier Jahren geöffnet. Der Wachtmeister ist groß, immer schwarz
angezogen, er hat sich in den Jahren nicht verändert und jagt mir noch immer Angst
ein. (Nike Winter)
Wir reisten durch das Leben der 60er. (Sebastian Spiehs)
Diese Kunst entstand in
den 60er-Jahren. Damals hatten die Künstler nicht sehr viel Geld. Deshalb machten
sie Kunst aus Materialien, die sie fanden. Daniel Spoerri klebte alles einfach auf,
wie er die Gegenstände vorfand. So erstarrt eine Situation für immer. (Fatma)
Gegenrichtung zur abstrakten Kunst. (Anna Schneller)
Zu den berühmtesten Künstlern der Pop-Art zählen Andy Warhol und Roy Liechtenstein.
(Patricia Vavra)
Pop-Art entstand in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts in Amerika. In Bildern
und Plastiken werden ganz alltägliche Dinge, die aus der Werbung bekannt sind, thematisiert.
Andy Warhol war ein wichtiger Vertreter der Pop-Art. Er wurde durch seine Druckgrafik
und seine Filme weltweit berühmt. Er starb 1986 in New York. (Marie-Christine Schuster)
Eine Kunstrichtung der 60er Jahre als Gegenpol zur abstrakten Malerei. Andy Warhol
verwendete Vorlagen aus den Medien, Katastrophenmeldungen aus den Schlagzeilen der
Zeitungen, Bilder aus der Werbung. (Clemens Panis)
Eine Bewegung gegen die informelle Kunst (Richard F.)
Andy Warhol, der bekannteste Künstler der Pop-Art, benutzte die Siebdrucktechnik,
um Katastrophenbilder und Porträtfotos aus der Verbrecherkartei zu vervielfältigen.
(Clemens Hausensteiner)
Die Aufgabe des Künstlers bestand hauptsächlich daran, die Bildmotive aus Werbung
und Printmedien auszuwählen. Andy Warhol setzte auch sozialkritische Akzente in
der Auswahl seiner Bilder. (Astrid Kahler)
Die 60er-Jahre in Amerika wurden durch Musik, Sexualität, Proteste, Spiele und Humor
geprägt. Es schien, als wollten die Pop-Art-Künstler die Vorstellung eines perfekten
Kunstwerks ins Lächerliche ziehen. Scheinbar fehlte vielen Arbeiten die „persönliche
Handschrift“, denn sie wirkten beliebig wiederholbar. (Katharina Uhl)
Die Pop-Art war sehr populär. Andy Warhols Siebdrucke von Marilyn Monroe und Elvis
Presley wurden weltberühmt. (Denise Weisi)
Konsumartikel wie Konservendosen und Waschmittelschachteln, Idole der Mediengesellschaft
- Marilyn Monroe, Elvis Presley, Mick Jagger - wurden untereinander austauschbar.
(Andrea Sora)
Künstler der Pop-Art verwendeten oft Materialien aus dem Alltag in ihren Werken.
(Cheryl-Ann Eamilao)
Bei der Pop-Art kennt man die Dinge, die ausgestellt sind: ob Dosen, Kartons oder
Kleider, es sind Gegenstände des alltäglichen Lebens. (Julia Kleindienst)
Pop-Art erweckt Aufmerksamkeit, ist eine Kunstrichtung des Protests. Fluxus ist
eine europäische Entwicklung. Alltägliches sollte interessant sein. (Esther Hatzigmoser)
Im Europa der 60er-Jahre protestierten die Studenten gegen faschistische Strukturen
im Staat. Auch Künstler setzten sich mit ihren Werken für diese Sache ein. (Stefanie
Germ)
Ab Ende der Fünfzigerjahre setzten sich KünstlerInnen verstärkt mit Phänomenen der Alltagskultur auseinander. Sie reagierten damit auf die zunehmende Kommerzialisierung der Nachkriegsgesellschaft und die verstärkte Präsenz von Massenmedien wie Fernsehen, Werbung und Zeitschriften. Die Pop Art interessierte sich für die Widersprüche der modernen Lebenswelt, für die Doppelbödigkeit kultureller Äußerungen: Das Echte wurde im Klischee gesucht und – umgekehrt – das Vulgäre in der ernsten Kunst. Hatte der abstrakte Expressionismus nach dem Ursprung der Kunst gesucht, so interessierte sich die Pop Art für die Verpackung, den äußeren Schein, das Zitat. Auf der Suche nach den „Mythen” der kommerziellen Kulturindustrie wurden die Künstler der Pop Art in der Formensprache von Comics, Modefotos, Kino und Boulevardzeitungen fündig.
Gleichzeitig wandten sich
in Europa KünstlerInnen gegen die Vorherrschaft der Abstraktion und thematisierten
die von Konsum und Massenmedien durchdrungene Umgebung. Nach dem Prinzip der Decollage
(Arbeitsmethode des Abhebens, Losmachens, Trennens, Abkratzens) begannen Villeglé,
Hains und Mimmo Rotella bereits Mitte der Fünfzigerjahre,
in nächtlichen Streifzügen von Wänden abgerissene Plakate in den Ausstellungsraum
zu transferieren. Das – gesetzwidrige – Abreißen von Plakaten bewirkt dabei eine
Zersplitterung der Bildinhalte, einen Verfremdungsakt, der die verführerische Welt
des Konsums konterkariert. Villeglé verstand dies als einen „symbolisch ausgetragenen
politischen Kampf“.
Auch die Bildfläche von Allan Kaprows Werk „Baby“ – von
ihm als „action-collage“ bezeichnet – ist aus verschiedenen Materialien der konkreten
Umgebung des Künstlers aufgebaut. Die spontan zusammengefügten Fundstücke sind dabei
von autobiografischen Anspielungen durchsetzt. So bezeichnen die Wortfragmente „VAUGH”
und „HAN” Kaprows Frau Vaughan. Der Titel des Werks bezieht sich auf die Geburt
von Kaprows erstem Sohn. Das 1956/57 entstandene Bild „Baby“ ist eines seiner letzten
und markiert die Loslösung Kaprows von der Malerei hin zu einer Kunst des realen
Geschehens.
Sind die Werke der Nouveaux
Réalistes teilweise noch im Rahmen von traditionellen Werkbegriffen rezipierbar,
ist dies für Fluxus nur mehr bedingt gültig. George Maciunas prägte die Bezeichnung
Fluxus (fließend, im Fluss, in Bewegung befindlich) und versuchte, Fluxus als einheitliche
Bewegung zu organisieren und theoretisch zu untermauern. Fluxus geht quasi fließend
über Gattungsgrenzen wie Musik, Tanz, Poesie, Theater und bildende Kunst hinweg,
stellt sich als eine Vernetzung und Plattform für grenzüberschreitende Ansätze unterschiedlichster
KünstlerInnen dar. Seit 1961 organisierte Wolf Vostell in seinem Kölner Atelier
Veranstaltungen mit Nam June Paik, Stefan Wewerka und Benjamin Patterson und beteiligte
sich an den Fluxus-Konzerten in Deutschland. Sein Arbeitsprinzip der Decollage richtete
sich zunächst auf Abrisse von Plakatwänden, später wendete er es im Sinne von Verwischen,
Verwackeln, Übereinanderdrucken auf seine ersten Fernseharbeiten an, die er ab 1963
realisierte.
John Cage verstand Musik als Summe aller gleichzeitig hörbaren Geräusche einschließlich
Stille und schrieb in den Dreißigerjahren die erste Komposition für ein präpariertes
Klavier. Für Nam June Paik etwa leitete die Begegnung mit John Cage eine Phase von
Aktionsmusik ein, die neben einer expressiven, wenn nicht aggressiven Antimusik
auch destruktive Elemente enthalten konnte. Schon bei Cage war die Präparierung
des Klaviers nicht nur Klangveränderung, sondern – da die Eingriffe in das Instrument
oft während eines Konzerts erfolgten – auch ein visuell erfahrbares Ereignis. Diese
Ansätze hat Paik radikal erweitert und fast zwangsläufig zu einer visuellen Präsentation
von Musik geführt. Das Klavier Integral (1958/63) ist
das einzig erhaltene von vier Klavierobjekten; Paik hat es 1976 zuletzt öffentlich
gespielt: „wenn ich das cis drücke, ertönt ein transistorradio; [...] wenn ich das
f drücke, gerät ein auf den resonanzboden geschraubter elektromotor in wallung;
[...] wenn ich das c drücke, fängt ein heißlüfter an, mir warmluft auf die beine
zu blasen; der knopf, der ihn wieder ausschaltet, verbirgt sich unter dem a [...].“
(Tomas Schmit)
Bei der Rezeption seiner frühen Arbeiten wie Klavier Integral oder Violin with String
(1961), welche Paik über eine Treppe hinab und durch die Straßen Wuppertals hinter
sich herzog, zeigt sich die Diskrepanz zwischen einer performativen Herkunft der
Objekte und ihrer musealen Präsentation. Einer Benutzung entzogen, sind die Objekte
heute nur mehr auf ihre visuelle Erscheinung reduziert.
(Gekürzt zitiert aus dem Info-Folder für Ebene 3, Redaktion: Nina Krick und Gerald
Nestler, 2004 MUMOK Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien.)
Fluxus ist ein Haufen Müll, den man als Kunst bezeichnet. (Silke Irlinger)