Jahresthema: Die Kunst des miteinander Lebens
kulturelle Vielfalt – Dialog – Beziehungen
Projekttitel: Soziale Plastiken nach Joseph Beuys (BE-Wahlpflichtfach, Ethik)

Auf das Jahresthema: „Die Kunst des miteinander Lebens: kulturelle Vielfalt – Dialog – Beziehungen“ wird in mehrfacher Hinsicht Bezug genommen (siehe auch unten: Projektbeschreibung), besonders aber durch die Kombination der bildnerisch-plastischen Ebene mit der schausspielerisch-darstellerischen, mit dem Ziel markante Aspekte der individuellen, sinnlichen Biografie für andere „anschaulich“, „hörbar“, „deutlich riechbar“, unter Umständen "begreifbar“ – auf jeden Fall sinnlich nachvollziehbar, darzustellen. Die Konfrontation mit dem „eigen“-tlich Wesentlichen und dem Bedeutsamen der Anderen in aktionistisch-darstellerischer Form ist geeignet das Gemeinsame und das Trennende zu erkennen und zu bearbeiten. Erwünscht sind dabei unter anderem Grenzüberschreitungen - auch was das „typisch“ weibliche bzw. männliche Verhalten betrifft.

Bei der Erarbeitung der individuellen „Performance“ wird zum Teil in geschlechtshomogenen Gruppen gearbeitet. Spezifisch weibliche bzw. männliche Erlebnis- und Darstellungsformen bis hin zu ihrer Manifestierung in Geschlechterrollen und -klischees bilden dabei sowohl eine wesentliche Ebene der Bearbeitung als auch die Basis für eine mögliche Reflexion einer rollengeprägten, spezifischen „Männer- bzw. Frauen“-Kunst, z.B. die Auswahl bestimmter Themen, Gegenstände, Materialien ...

Ausgangspunkt: Auseinandersetzung der SchülerInnen mit dem Werk Joseph Beuys im Wiener Museumsquartier. Erfahrungen münden in eine Art „Schreibmeditation“ vergleichbarer eigener Erinnerungen und sinnlicher Erlebnisse. Zugang zum Werk von Beuys, über die passiv-konsumistische Grundhaltung hinaus + individuelle, aktive Auseinandersetzung im Zentrum, dabei Mischung verschiedener Darstellungs- und Ausdrucksformen:
Plastisches und Bildhaftes mit Aktion-istischem und Schauspiel. (Zentrale Projektphase unter Leitung der erfahrenen Schauspielerin und Theaterpädagogin Ulli Klammer unterstützt durch Werner Krause (BE) plastisch-bildnerischer Anteil und Mike Jenner (Ethiklehrer und Schauspieler), Betreuung der „Männergruppe“ bei der Arbeit in geschlechtshomogenen Gruppen.

Wesentliche Methoden der Erarbeitungsphase der individuellen „Performances“: Improvisations- , Statuen- und Elemente des Play-Back- und Forumtheaters + bildnerisch + plastisches Arbeiten.

Projektende: Darstellung der individuellen „Produktionen“ in Form einer freien „Performance“ (dh. im Rahmen schulgesetzlicher Möglichkeiten keine Limits für Ort. Dauer oder Wahl der eingesetzten Mittel und Gegenstände). Grenzüberschreitungen als wesentlicher Teil des Ziel der „Selbst-Sozialisierung“, in Form einer bildhaft-aktionistischen Selbst-Inszenierung. Videodokumentation der „Performance“ als Ausgangspunkt der individuellen, aktiven Auseinandersetzung der SchülerInnen mit aktionistischer Kunst (siehe auch Reflexion und Evaluation).

Künstlerin: Ulli Klammer - Schauspielerin
Wesentliche Funktionen: basales Training im Bereich Improtheater; Unterstützung bei der Erarbeitung der Umsetzung der individuellen, szenischen Entwürfe in Zusammenarbeit mit dem BE-Lehrer Werner Krause; im Bereich des geschlechtshomogenen Arbeitens Betreuung der „Frauengruppe“; Moderation der „Schlussperformance“.
Ausstellungsbesuch + nachfolgende Reflexion und Schreibmedidation, teilweise „Vergegenständlichung“ der Eindrücke, grundlegendes Improschauspieltraining, Umsetzung der eigenen signifikanten „Wahrnehmungsbiografie“ in Form einer (Kurz)Performance, gemeinsame, aktionistische Endimprovisation; Reflexion und Bewertung des Projekts.

Künstlerische Aspekte: z.B. Einblick in das Berufsfeld „Künstler/in“, Förderung eines erweiterten Verständnisses für den/die Kunstbereich(e),...

Kulturelle Aspekte: z.B. Öffnung der Schule nach außen,...

Jahresthema: z.B. Förderung von analytischer Eigen- und Fremdwahrnehmung, von Kritikfähigkeit und Verständnis,....

Selbst- und Sozialkompetenz: z.B. Förderung der Teamkompetenz, Erhöhung der Selbstständigkeit/Motivation/Organisationsfähigkeit der Schüler/innen;...

Methodenkompetenz: z.B. Förderung der fächerübergreifenden Zusammenarbeit, Moderation, Präsentation, interdisziplinäre Zugänge,....

Erweiterung des Kunstbegriffs, sowohl innerhalb der bildenden Kunst - „Jeder Mensch ist Künstler“ - als auch über deren Grenzen hinaus: Aktionismus als Synthese bildender und darstellerischer Aspekte erleben, die Konfrontation mit den eigenen tiefgehenden Eindrücken und Erlebnissen und denen der anderen Gruppenmitglieder zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses und damit auch einer Basis echter Toleranz.

Fächerübergreifender Aspekt: BE-Ethik-Schauspiel als Möglichkeit sich als aktiv und ganzheitlich geforderte/r und geförderte/r Lernende/r zu erfahren. Methoden des Improvisationstheaters als Chance für die Erweiterung des individuellen Ausdrucks- und Wahrnehmungsvermögens.

Reflexion: z.B. an Hand der Videodokumentation – Ebenen der individuellen Betroffenheit, Darstellung von Gemeinsamkeiten des Erlebens und Erfahrens (Themen, Materialien, Gegenstände, sinnliche Eindrücke wie Gerüche, Geräusche, Taktiles,…)

Evaluation: Interne Evaluation etwa im Sinn eines Vergleichs der ursprünglichen Rezeption aktionistischer Kunstformen vor und nach dem Projekt; zusätzlich Fragebogen bzgl. Improtheater?

Mag. Mike Jenner