|
Joseph Beuys (1921-1986) Schon in seiner Jugend durchstreifte er gerne die Umgebung von Kleve, interessierte sich für naturwissenschaftliche Belange - Biologie, Chemie und Physik - und richtete sich zu Hause ein eigenes Labor ein. Ein Jahr vor seinem Abitur brach der mittlerweile rebellisch gewordene Schüler die Schule ab, um sich einem Wanderzirkus anzuschließen. Sein Vater überlegte, ihn eine Lehre beginnen zu lassen, in einer Margarinefabrik. Margarine sollte dann später in seinem Künstlerleben wieder als "plastischer" Werkstoff Bedeutung bekommen. Beuys wollte die ganze Welt als formbare Plastik begreifen. Immer wieder sprach er von der "sozialen" Plastik, welche er als Erweiterung seines Kunstbegriffs verstand und auf die Entwicklung gesellschaftlicher Zusammenhänge Einfluss nehmen sollte. Corinna Paul Geboren in Krefeld, Gymnasium in Kleve. Schon in der Jugend war Beuys begeistert von der Natur, seine Leidenschaft für Spaziergänge entwickelte sich sehr früh. Die Naturwissenschaften
wecken sein Interesse, Beuys beabsichtigte, Medizin zu studieren. Drei
Jahre vor dem Abitur begann er sich für Bildhauerei zu faszinieren. 1938 veranstalteten die Nationalsozialisten im Schulhof des Klever Gymnasiums eine Bücherverbrennung, an der Joseph Beuys als Mitglied der Hitlerjugend teilnahm. Zufällig stieß er auf einen Bildband des als „entartet“ eingestuften Bildhauers Wilhelm Lehmbruck, den er vor dem Feuer bewahrte und für sich behielt. Die Beschäftigung mit der Bildhauerei brachten Joseph Beuys darauf, alles Leben „plastisch“, sich selbst, seine Umwelt als plastisch formbar, im erweiterten Sinn auch die Gesellschaft als „soziale“ Plastik zu begreifen. Im Zweiten Weltkrieg wurde Beuys in Polen zum Kampfflieger ausgebildet. Einer seiner Vorgesetzten war Heinz Sielmann, später bekannt als Zoologe, mit dem er Freundschaft schloss. 1943 nach dem Abschuss auf der Krim, wurde er schwer veletzt von nomadisierenden Tartaren gefunden und mit Fetten und Filzbandagen gepflegt. Nach seiner Genesung verweigerte Beuys einen erneuten Einberufungsbefehl, wurde deswegen zwar nicht erschossen, weil er zuvor wiederholt aufgrund seiner außergewöhnlichen Tapferkeit ausgezeichnet worden war, aber doch bis zum Ende des Krieges zu den Fallschirmspringern nach Holland strafversetzt. Nach dem Krieg schlitterte Joseph Beuys in eine schwere Lebenskrise, als ihn 1954 seine Verlobte verließ. Depressionen hinderten ihn jahrelang, sein Haus zu verlassen. Ein Brüderpaar, Jugendfreunde, die einen Bauernhof bewirtschafteten, kümmerten sich um ihn, bis er sich wieder erholt hatte. Zusammengefasst von Maria Peham |