Die Arbeit eines Stadtschamanen

In der letzten Woche des Schuljahres hatten die Schülerinnen der 7a und 7c, die den Ethik-Unterricht bei Frau Prof. Winkler besuchten, die Möglichkeit, im Rahmen eines Projektes in die Welt der hawaiianischen Schamanen zu schnuppern. Unter der Leitung von Frau Prof. Winkler fanden wir uns auf einer Liegewiese in Schönbrunn zusammen, um einiges über die Grundprinzipien und Heilverfahren der Schamanen zu erfahren.

Viele werden sich an dieser Stelle fragen, was ein Schamane eigentlich ist? Unter einem Schamanen versteht man einen Heiler, der mit den Kräften der Natur und auch mit Geistern arbeitet. Am Ende dieses Projektes durften wir uns selbst als „Schamanen” bezeichnen, da wir uns in einigen interessanten Techniken geübt hatten. Wichtige Utensilien wie z.B. rote, weiße und grüne Steine, Federn, alltägliche Gebrauchsgegenstände etc. duften hierbei auf keinen Fall fehlen.

Um die verschiedenen Praktiken ausüben zu können, muss man sich über die drei Grundprinzipien des Schamanismus im Klaren sein:

1. Die Welt ist, wofür wir sie halten: Wenn wir allem positiv gegenüberstehen, wird uns auch ein Großteil davon als solches begegnen. Wahrheit ist das, was ich für wahr erkläre, d.h. solange man nur an etwas glaubt, wird es sich als wahr herausstellen bzw. kann es auch wirken.

2. Es gibt keine Grenzen: Das Universum ist grenzenlos, alles ist miteinander verbunden, d.h. ich kann auf alles Einfluss nehmen.

3. Energie folgt der Aufmerksamkeit: Energie fließt überall dorthin, worauf man sich konzentriert (z.B. wenn man sich nur seinen Problemen widmet, bleibt keine Kraft für andere Dinge übrig).

Um unser Unbewusstes (=KU) zum Vorschein zu bringen, warfen wir anfangs mit den bunten Steinen, die uns durch ihre verschiedenen Konstellationen Antworten auf unsere persönlichen Fragen gaben. Diese Tatsache lässt sich anhand des ersten Grundprinzips erklären: Unser Unbewusstes, aber auch unser Schicksal, kommt durch das Werfen zum Vorschein.

Zwei weitere Aspekte aus der Vielzahl der Aufgaben und Anregungen möchte ich im Folgenden noch beschreiben: Zum Einen hatten wir auch die Aufgabe, ein „Kraftpaket” zu bauen. Dieses besteht aus einer Feder (für die Mobilität), einem Stein (für das Unveränderbare), einem Ast (für die Antenne zur Außenwelt), einem roten Gegenstand (für Blut, Leben) und einem biegsamen Teil (für Flexibilität). In einem selbst zusammengenähten Beutel werden die Dinge bewahrt und sollen fortan Kraft geben.

Zum Anderen begaben wir uns am letzten Tag des Projektes auf die schamanische Reise. Wir reisten in die Unterwelt und erkundeten unser persönliches Krafttier. Eine spannende Angelegenheit.... Das Projekt bot die Möglichkeit, einmal etwas gänzlich anderes kennen zu lernen und vor allem auch, in Kontakt mit dem eigenen Selbst und dem Unbewussten zu treten. Nicola Höllbacher (7a)

Theaterprojekte in Ethik

1) In diesem Schuljahr wurde uns als Ethikgruppen der Klassen 7a und 7c durch Frau Prof. Winkler Bernadette ermöglicht, in die Welt des Theaters zu schauen. Insgesamt verbrachten wir 9 Stunden (aufgeteilt auf März und Mai) gemeinsam mit der Theaterpädagogin Ulli Klammer. Es ging in dieser Zeit vorwiegend darum, die Fähigkeiten der Konfliktbewältigung, der Selbstwahrnehmung und des sozialen Umgangs mit anderen zu analysieren und zu verbessern.

Wir lernten in diesem Zusammenhang die Methode des Improvisationstheaters und des Forumtheaters kennen. Das Forumtheater bietet die Möglichkeit, prozessorientiert zu arbeiten und in das laufende Improvisationsstück einzugreifen, um der Situation einen anderen Ausgang zu ermöglichen. So lernten wir die verschiedenen Varianten an Handlungsmöglichkeiten in schwierigen Situationen kennen. Nicht nur das – auch das Gefühl für die eigene Wahrnehmung wurde geschult, oft auch in dem Sinne, dass man alte Muster erkennt und diese verändert. So kann eine Bereicherung des Handlungsspielraumes erreicht werden.

Die alltäglichen Konfliktsituationen, die wir darstellten, führten zudem im Anschluss zumeist zu sehr angeregten Diskussionen innerhalb der Gruppe. Zahlreiche Körperwahrnehmungs- und Auflockerungsübungen bereicherten das Programm. Das ist ein wichtiger Aspekt, kommt doch die Entwicklung der Sensibilität für den eigenen Körper oft zu kurz. Auch die Interaktion mit den anderen, das Spaßhaben miteinander und das nähere Kennenlernen mancher MitschülerInnen möchten wir positiv erwähnen. Alles in Allem können wir sagen, dass dieses Projekt eine positive Erfahrung für uns war und sicherlich zur persönlichen Entwicklung beiträgt . (Julia Huber, Julia Berger, Kathrin Petera, Nicola Höllbacher, 7a)

2) Am Donnerstag, 17. Dezember, und am darauffolgenden Tag, Freitag, 18. Dezember, wurde uns, dank der Vermittlung von Frau Professor Winkler, die große Ehre zuteil, an einem Schauspiel-Theater-Projekt teilzunehmen. Zu diesem Zweck bekamen wir Besuch von unserer Projektleiterin Frau Ulli Klammer, einer ausgebildeten Theaterpädagogin, die uns in die Welt der Schauspielkunst einführte. Lesen Sie nun ein Interview mit einem der Teilnehmer, der aber lieber nicht genannt werden möchte, und den wir eigens zu diesem Projekt befragt haben.

Redaktion: Wie hat dir der erste Tag des Theaterprojektes gefallen ?

Anonym: Sehr gut, ich fand es sehr interessant in die Welt der Schauspielkunst einzutauchen.

Redaktion: Und was genau habt ihr da gemacht?

Anonym: Also am Anfang haben wir versucht, uns ein wenig besser kennenzulernen und unsere gemeinsamen Interessen herauszufiltern. Nach ein paar einleitenden Aufwärmübungen haben wir uns dann an unseren ersten Sketch herangewagt, der mir sehr gut gefallen hat. Es ist schon erstaunlich, wie viel unentdecktes Potential in uns steckt. Danach versuchten wir typische Männer- und Frauen-Klischees zu erkennen und überlegten uns, warum es diese (Vor)Urteile in unserer Welt gibt. Dies hielten wir dann auch auf einem Plakat für die Nachwelt fest. Zwischendurch machten wir immer wieder kleine Rollenspiele, bei denen wir in völlig fremde Rollen mit jeweils verschiedenen Charakteren zu schlüpfen hatten. Mit Musik wurde die ganze Situation immer wieder etwas unterstützt. Da es dabei zu vielen lustigen Momenten kam, hatten wir auch viel zu lachen. Den Abschluss des ersten Tages bildete ein kleines selbst ausgedachtes Theaterstück.

Redaktion: Sehr interessant, und was habt ihr am zweiten Tag gemacht?

Anonym: Um uns den Einstieg in den zweiten Teil des Projekts zu erleichtern, machten wir zuerst wieder einige Übungen. Dabei lernten wir, auf andere einzugehen, aber auch einmal „nein" zu sagen. Danach führten wir wieder einige kurze Stücke auf, die mit lautstarkem Gelächter gewürdigt wurden, denn an Humor hat es die ganze Zeit über nicht gemangelt. Eine sehr amüsante Sache war auch das „Statuen-Spiel". Bei diesem Spiel gingen wir zu zweit zusammen. Der eine war die „Statue", der anderer der „Künstler", der die Statue formte. So formte jeder seine Statue, die sich dann eine Bewegung und ein Geräusch einfallen ließ, das gut zu ihr passte und den Charakter der Statue widerspiegelte. Als nächste Aufgabe lagen einige Kärtchen verteilt im Raum, auf denen kurze Szenen geschrieben standen, die wir dann ganz spontan nachspielen sollten. Auch das bewusste Darstellen von Emotionen kam oft zum Zug. Zum krönenden Abschluss spielten wir dann ein selbst gestaltetes Stück vor, das die Probleme der Gesellschaft widerspiegeln sollte.

Redaktion: Was, glaubst du, hat dieses Projekt für dich gebracht?

Anonym: Ich denke, dieses Projekt diente dazu, mehr von der Theaterwelt zu erfahren und sich flexibler zu verhalten. Auch habe ich gelernt auf Problem-Situationen besser zu reagieren und mit anderen besser umzugehen. Wir lernten ebenfalls, wie man sich gut in eine völlig fremde Rolle hereinversetzen kann.

Zum Abschluss noch einige Stellungnahmen der mitwirkenden Personen: „Insgesamt waren es zwei sehr interessante und witzige, aber auch lehrreiche Vormittage. Ich denke, dieses Projekt hat uns neben den Abwechslungen zum Schulalltag einiges gebracht. Ich wäre jederzeit bereit bei noch so einem Projekt mitzumachen." (Julian Velissaris)

„Mir hat das Projekt sehr viel Spaß gemacht. Uns wurde beigebracht, wie man sich gut in eine völlig fremde Rolle hineinversetzen kann. Ich wäre jederzeit wieder für ein Projekt dieser Art bereit." (Astrid S.)

„Das Projekt diente dazu, mehr aus der Theaterwelt zu erfahren, zu lernen, sich besser auszudrücken und in Problemsituationen gut zu reagieren, zum besseren Kennenlernen der Mitschüler und als gelungene Abwechslung zum Schulalltag. Mir persönlich haben die zwei Tage wirklich sehr gut gefallen." (Petra S.)

„Mir hat das Projekt selbst sehr gut gefallen, weil man sehr vieles dabei lernen kann und es sehr viel Spaß gemacht hat. Was mir weniger gefallen hat, war: die Sessel immer in die Mitte zu schleppen. Ich finde dieses Projekt sollte öfter stattfinden." (Desanka S.)

3 Tage Mitarbeit im Pflegeheim
Ein Bericht von Julian Velissaris, 5a

Eines schönen Tages überraschte uns unsere Ethik-Professorin, Frau Prof. Winkler, mit der Ankündigung, das nahe gelegene Pflegeheim „Santa Barbara" zu besuchen, um dort auf den verschiedenen Stationen mitzuarbeiten. Sie hatte Kontakt mit der Heimleitung aufgenommen und war dabei, für uns ein Projekt zu organisieren. Das Projekt sollte an drei Tagen mit SchülerInnen aus drei verschiedenen Klassen (insgesamt 22 SchülerInnen) stattfinden. Mit Begeisterung nahmen wir diese erfreuliche Neuigkeit auf und waren dann doch leicht enttäuscht, dass wir noch einen vollen Monat auf dieses Ereignis warten mussten.

Als es dann endlich soweit war, versammelten wir uns in der Aula und zogen gemeinsam los. Wir wurden von der Heimleitung und ihren MitarbeiterInnen sehr freundlich aufgenommen und sogleich mit einem Frühstück verköstigt. Nach dieser ausgiebigen Stärkung erzählte uns die Leiterin des Pflegeheimes, Frau Letitzki, Wissenswertes über das Heim und seine Bewohner. Wir erfuhren, dass die meisten BewohnerInnen Frauen waren und dass sie zumeist nicht länger als maximal noch ein Jahr leben. Wir gewannen einen Einblick in die Arbeit auf den verschiedenen Stationen und erfuhren, dass es neben den Angestellten auch ehrenamtliche MitarbeiterInnen gibt, die auch in Zukunft mehr und mehr notwendig sein werden.

Danach wurden wir in verschiedene Gruppen eingeteilt und zogen los. So kam es, dass wir die verschiedensten Menschen kennen lernten, Anekdoten und Schwänke aus ihrem Leben erfuhren, Fotos zu sehen bekamen oder einfach nur da saßen, um Nähe zu bieten. Wir konnten uns ganz selbstständig um die Pensionisten kümmern. Wenn wir Hilfe brauchten oder Fragen hatten, war immer eine Pflegerin in der Nähe.

Am dritten Arbeitstag konnten einige rüstige und interessierte Heimbewohner unsere Schule besuchen. Sie wurden von einer Gruppe von Schülerinnen betreut und durch das Schulhaus geführt. Das war - laut Aussagen der Pensionisten - ein ganz besonderes Ereignis für sie, auf das sie sich schon Wochen vorher gefreut hatten. Wie lange dürfte es wohl her sein, dass sie selbst eine Schule besucht hatten und welche Erinnerungen wurden da wohl geweckt? Besonders positiv nahmen sie das Leben, das einfach in einer Schule herrscht, auf, ist es doch in einem Pflegeheim oft bedenklich ruhig. Der Herr Direktor lud dann die BesucherInnen auf einen Kaffee und Süßigkeiten in sein Zimmer ein, wo geplaudert und erzählt wurde. Man konnte die Freude, die auf allen Seiten herrschte, spüren. Den Abschluss der jeweiligen Tage bildete eine kurze Zusammenkunft, um das Erlebte auszutauschen oder eventuell aufgetretene Fragen oder Probleme noch zu besprechen.

Zum Schluss möchte ich noch ein paar Aussagen von meinen Mitschülerinnen anfügen, denen diese Tage allesamt sehr viel Spaß gemacht haben, und der Wunsch, so etwas zu wiederholen, ist von allen Seiten vorhanden.

Yassi Debbah (5a): „Wir lernten viel darüber, wie alte Leute betreut werden und wie man mit ihnen umgehen muss. Es war sehr interessant, die Lebensgeschichten einiger zu erfahren. Es gibt Senioren, die noch ganz fit und fröhlich sind. Es gibt leider auch solche, die dahinvegetieren und depressiv sind. Ein großes Problem ist auch, wenn alte Personen von ihren Verwandten in ein Heim geschickt werden und sie sich dann kaum mehr oder gar nicht mehr um sie kümmern. Doch die PflegerInnen versuchen, den Senioren den Aufenthalt im Heim so schön wie möglich zu machen. Es wird täglich Gymnastik betrieben, gesungen und man kann auch basteln. Ausflüge werden auch gemacht. Das Pflegeheim besitzt auch einen wunderschönen Garten. Für Hygiene wird peinlich genau gesorgt. Eigentlich haben die Pensionisten in diesem Heim ein gutes Leben."

Julia Huber (6a): „Ich habe die beiden Vormittage im Altersheim sehr genossen und muss gestehen, dass die Zeit dort eigentlich viel zu schnell vergangen ist. Obwohl ich das Gebäude zu Beginn eher mit gemischten Gefühlen betreten habe und erwartet habe, hinterher wieder deprimiert in die Schule zurückzukehren, war es in Wirklichkeit genau umgekehrt und sehr lustig. Der Besuch im Altersheim war eher befreiend als beklemmend und wir allen hatten in den Stunden, die wir dort verbrachten, sehr viel zu lachen und die Atmosphäre, die dort herrschte, war sehr angenehm."

Lukas Pilss (6c): „Der Besuch im Altersheim war eigentlich ganz lustig."

Natalie Grünböck (6c): „Der Besuch im Altersheim war sehr interessant, da wir viele neue Dinge dazulernten und auch lernten, wie man mit alten Menschen umgeht. Besonders über die spezielle Art, mit alten Menschen zu sprechen und auf sie einzugehen, erfuhren wir einiges. Es war sehr amüsant."

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