Exkursion auf die Schallaburg

Klassen 6A / 8A,
begleitende Lehrerinnen: OStRin Mag.a Dr.in Charlotte Müller, Mag.a Christine Schaunig

Am 20.9.2018 unternahmen die diesjährige 6A und die 8A eine Exkursion auf die Schallaburg, eine Renaissanceburg in Niederösterreich. Um 8:15 begann die ein wenig länger als eine Stunde dauernde Busfahrt. Bei der Ankunft wurden wir in drei Gruppen eingeteilt, da drei Führungen zu verschiedenen Zeiten gebucht waren.

Die erste Führung begann um 10:45 Uhr, die anderen beiden folgten kurz danach. Das Thema dieser Ausstellung war ,,Byzanz und der Westen‘‘, wobei der Schwerpunkt auf der politischen und wirtschaftlichen Beziehung von Byzanz zum Westen lag.

Zu Beginn der Führung wurde uns eine spätbyzantinische Ikone aus Konstantinopel gezeigt, auf welcher Konstantin und seine Mutter Helena abgebildet waren. Uns wurde berichtet, dass dem römischen Kaiser Konstantin vor einer Schlacht in Rom das christliche Kreuz erschienen sei und eine Stimme zu ihm gesagt habe, dass er in diesem Zeichen siegen werde, woraufhin er das Zeichen auf die Schilder seiner Soldaten übertragen ließ und die Schlacht gewann.

Laut dem Vermittler zählt zu den wichtigsten Jahreszahlen dieser Zeit das Jahr 324, da in diesem Jahr Konstantin nach Byzantion, einer Hafenstadt, kam, dort eine Niederlassung gründete und sie sechs Jahr später schließlich in Konstantinopel umbenannte – das heutige Istanbul. Konstantinopel wurde als das zweite Rom angesehen, da es so prächtig und schön war. Im Jahr 395 wurde das römische Reich in zwei Reichshälften geteilt, nämlich in Ostrom und in Westrom, wobei sich die Byzantiner, welche in Ostrom herrschten, immer noch als Römer sahen.

Die Byzantiner waren für ihre großzügigen Geschenke an den Westen bekannt, wobei sie unter drei verschiedenen Geschenkarten unterschieden: Luxusgüter waren unter anderem Gold und vor allem Seide, die in Europa nicht hergestellt werden konnte. Reliquien sind zum Beispiel die sterblichen Überreste von Heiligen, Splitter und Nägel vom Kreuz Christi in Staurotheken. Die Geschenke, die dem Westen allerdings am besten gefielen, waren die byzantinischen Prinzessinnen. Eine bekannte byzantinische Prinzessin war Theodora Komnena, welche die Braut von Heinrich II von Babenberg wurde.

Der religiös kulturelle Austausch zwischen Byzanz und dem Westen war ebenfalls stark ausgeprägt. Ein Beispiel dafür ist das Kölner Kirchenfenster, welches zwar im Westen angefertigt wurde, allerdings hinsichtlich Stil und Formengebung byzantinisch ist.

Während 476 der Untergang Westroms erfolgte, bestand Ostrom noch ungefähr 1000 Jahre länger, und auch der byzantinische Kaiser wurde von allen noch als Hoheit angesehen. Als allerdings im Jahre 800 die römische Kaiserkrönung Karl des Großen erfolgte, gab es Konflikte mit Konstantinopel, da dieses nur einen Kaiser anerkannte. Die Feindseligkeiten waren jedoch nicht von Dauer, da die byzantinischen Geschenke in Europa immer noch sehr beliebt waren.

Während der Führung wurde uns eine Kreuznagelreliquie gezeigt. Dies ist eine Reliquie aus Byzanz, in deren Innerem ein Nagel vom Christuskreuz ist.

1054 erfolgte die Kirchenspaltung in Katholiken und Orthodoxe und um zu demonstrieren, welche großen Unterschiede zwischen den Lateinern (Katholiken) und den Byzantinern (Orthodoxen) herrschten, wurden uns färbige Klebepunkte ausgeteilt. Die Blauen waren die Lateiner und die Goldenen die Orthodoxen. Daraufhin wurden uns Aussagen wie ,,Eine kirchliche Ehe kann geschieden werden‘‘ vorgelesen und wir, als „Katholiken“ oder „Orthodoxe“, mussten aufzeigen, wenn sie auf unsere jeweilige Religion zutrafen.

Der nächste Ausstellungsbereich war den Kreuzzügen gewidmet. Während des ersten Kreuzzuges gab es zwei wichtige Ereignisse, nämlich die byzantinische Rückeroberung Nikaias und die Belagerung von Antiocheia, da diese zwei Geschehnisse die Beziehung zwischen Byzanz und dem Westen noch weiter verschlechterten. Nachdem Konstantinopel während des vierten Kreuzzuges im Jahr 1204 von Kreuzrittern erobert worden war und 50 Jahre lang lateinisch besetzt war, wurde es 1261 zurückerobert. Konstantinopel hatte in dieser Zeit seinen Höhepunkt in Kunst und Kultur. 1453 wurde Konstantinopel von den Osmanen unter Mechmed II belagert und endgültig zerstört.

Die Byzantiner hinterließen jedoch ein großes Erbe, unter anderem waren sie zuständig für die Christianisierung der Slawen und auch einige Gesetze Justinians sind in Europa immer noch in Kraft.

Viele von uns waren von der Führung positiv überrascht, da es ja durchaus vorkommen kann, dass Führungen eher langweilig und uninteressant gestaltet werden. Aber wir fanden diese Führung doch sehr spannend gestaltet und wir haben viel historisches Wissen erworben, obwohl sie nur eine Stunde dauerte. Danach hatten wir auch noch genug Zeit, um die Anlage der Schallaburg ein wenig zu erforschen, wie zum Beispiel den Turnierhof.

Natali Kraljevic, 6A